Liebe geht durch die Nase

 

Das x-te Rendezvous. Nach Kaffee trinken, Unterhaltungen, einem schönem Spaziergang, und und und… Trotzdem irgendwie will der Funke nicht überspringen. Der eine findet nicht in den Dunstkreis des anderen. „Wie riechst du eigentlich?“, fragt er spontan. „Und du?“, fragt sie zurück.

Beide sind eingehüllt in fremde Düfte, die ihren Eigengeruch verborgen halten. Deo, Aftershave, Parfum – einfach zu viel. Das sogenannte vomeronasale Organ, ein feines Rezeptorsystem für Körpergerüche, hält sie auf Distanz. Oder besser, lässt keine Nähe zu.

Es ist dokumentiert und überliefert – schon Goethe erging es so bei den endlosen Turteleien mit seiner Gönnerin und platonischen Geliebten, Frau von Stein in Weimar. Sie redeten jedesmal stundenlang, er schrieb Hunderte Briefe. Bis die Leidenschaft ihn zu Ungewöhnlichem trieb: er stahl ein kurz zuvor noch getragenes Mieder. Endlich konnte er sich an ihrem Körpergeruch sattriechen. Selbst im „Faust“ wurde die Tat verewigt, da barmt der im Liebesrausch schwelgende Mephisto: „Schaff mir ein Halstuch von ihrer Brust, ein Strumpfband ihrer Liebeslust!“

Heute kann man den Duft der das andere Geschlecht anzieht auch künstlich verstärken und damit seine Chancen bei der Partnersuche erhöhen. Das Zauberwort heisst: Pheromone.

 

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